Was beeinflusst die Bonität?

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Sie sind auf einem unserer Lastschrift Shops unterwegs und haben gefunden was Sie suchen. Während des Bestellprozesses fällt Ihnen auf, das Kauf per Lastschrift nicht angeboten wird. Natürlich ist in diesem Fall der Frust groß. Gelegentlich erhalten wir E-Mails, in denen Kunden sich beschweren, dass sie nicht auf Lastschrift bestellen können. Zuerst geht man davon aus, dass jener Shop diese Zahlungsart gar nicht anbietet.

Während der Bezahlung prüfen die Online-Shops die Bonität der Besteller um die Risiken eines Zahlungsausfalles zu minimieren. Diese Prüfung wird oft von Dienstleistern wie der Schufa vollzogen. Der ermittelte Score-Wert dient den Händlern als Richtwert für die Bonität des Kunden.

Welche Faktoren fließen in die Bonitätsbeurteilung?

Online Shops, Banken und Dienstleister wollen natürlich vor Geschäftsabschluss wissen, wie kreditwürdig der Kunde ist. Mit dem sog. Score-Wert wird die Wahrscheinlichkeit der Zahlung bzw. Zahlungsausfalles angegeben. Im folgenden erläutern wir, welche Faktoren in diese Bewertung fließen.

Wo wohnen Sie?

Wohnen Sie in einem Haus in einer teuren Gegend, oder doch zur Miete in einer prekären Ecke? Diese Tatsache fließt in die Bewertung des Score-Wertes. Klingt ungerecht, macht aber auf den 2. Blick Sinn. Der Score-Wert basiert nicht auf Willkür der Wirtschaftauskunfteien (Schufa). Über viele Jahre sind in die Datenbank Erfahrungswerte und Zahlungsmoral der Kunden aus den unterschiedlichsten Gebieten eingeflossen. Diese Werte werden herangezogen, wenn eine aktuelle Schufa-Prüfung vollzogen wird. Wohnen Sie also in einer Wohngegend mit vielen Arbeitslosen oder einer hohen Pro-Kopf-Verschuldung, wird diese Tatsache in Ihren Score-Wert einfließen.

Wie wohnen Sie?

Nicht nur die Wohngegend, auch interessieren sich die Auskunfteien ob Sie Eigentümer oder Mieter sind. Bei Eigentum gilt, ob das Eigenheim schon abbezahlt wurde oder der Kredit (Hypothekenbelastung) noch  läuft; und wenn ja: Wie lange? Außerdem prüfen die Wirtschaftauskunfteien den Gebäudewert bei Eigentumswohnungen.

Wer sind Sie?

Die Auskunftei will Sie natürlich nicht persönlich kennen lernen. In dieser Kategorie werden Geschlecht, Alter, Berufsstatus (angestellt oder selbstständig) definiert. Beim Berufsstatus gilt auch die höhe des Einkommens und das Tätigkeitsfeld (z.B. Beamter). Pauschale Aussagen sind schwierig, jedoch gelten jüngere Kunden tendenziell für weniger kreditwürdig als ältere. Zudem kann ein häufiger Wohnungswechsel negative Auswirkungen haben. Ihr Zahlungsverhalten aus der Vergangenheit spielt natürlich auch eine Rolle. Sollten schon erfolgreich zurückbezahlte Kredite etc. vorliegen, wirkt dieses positiv auf den Score-Wert aus. Gab es allerdings schon Mahnbescheide oder Eidesstattliche Versicherungen (Pfändungen), wird der Score-Wert nicht besonders hoch sein.

Gibt es Gläubiger-Anfragen?

Haben Gläubiger in der Vergangenheit bei Auskunfteien wie der Schufa, Creditreform oder Arvato Erkundigungen über Sie eingeholt? Oder haben gar Inkassounternehmen Meldungen weitergegeben? Sie können sich denken, auch sowas landet im jeweiligen Score-Wert.

Sind Sie Online aktiv?

Informationen die in sozialen Netzwerken veröffentlicht werden, können auch für die Bewertung genutzt werden. Da kann ein Wohnungswechsel oder eine freudige Nachricht wie die Elternschaft zu Beeinträchtigung der Bewertung führen.

Wie funktioniert die Bonitätsprüfung?

Bevor der Bonitätsscore ermittelt wird, steht eine Bonitätsprüfung an. Oft ist diese Abfrage kostenpflichtig, daher sollte ein berechtigtes Interesse bestehen. Einige Auskunfteien ermöglichen eine kostenlose Abfrage, jedoch ist diese nicht so detailliert und umfangreich. Die meisten Vertragspartner (z.B. Vermieter) wollen aktuelle Auskünfte über die Bonität. Daher überlegen Sie sich genau für welchen Anlass die Bonitätsauskunft benötigt wird. Bei einem Kreditantrag kann eine vorherige Auskunft Sinn machen, da abgelehnte Kreditanträge den Bonitätsscore negativ beeinflussen können.

Wie funktioniert die Bonitätsprüfung bei großen Auskunfteien?

Sicherlich hat jeder schon mal von der Bonitätsprüfung gehört. Will man ein neues Handy, oder gar eine neue Wohnung, wird diese von den Vertragspartnern gefordert. Mit wenigen Schritten (auch online) kann die Bonität bei den großen Auskunfteien wie Schufa, Creditreform, Infoscore, Bürgel oder Deltavista geprüft werden. Auch ist eine Selbstauskunft bei der Schufa möglich. Doch wie kommen die Auskunfteien an die Daten um den so genannten Bonitätsscore zu ermitteln? Denn für die jeweilige Zahlungsfähigkeit werden Informationen aus den unterschiedlichsten Quellen benötigt.

Was ist der Bonitätsscore?

Aus den gesammelten Informationen wird folglich der Bonitätsscore jeder geschäftsfähigen Person erstellt. Dieser Wert gibt die "Ausfall Wahrscheinlichkeit" an. Ist man in der Vergangenheit seinen finanziellen Verpflichtungen nachgekommen, hat man höchstwahrscheinlich einen positiven Score. Umgekehrt gilt ein negativer Score-Wert. In diesem Fall werden z.B. keine Kredite gewährt. Verständlich, denn die Bank muss in einem solchen Fall mit dem "Kreditausfall" rechnen.

Um solche Ausfallrisiken zu minimieren werden die Score-Werte zu Rate gezogen. Natürlich basieren die nicht auf willkürlichen Werten, sondern werden in statistischen Verfahren ermittelt. Hierfür müssen jedoch genügend Daten vorhanden sein. Man kann davon ausgehen, dass jede geschäftsfähige Person in mindestens einer Auskunftei erfasst ist. Nimmt man die Anzahl der Einträge zu Personen, verfügt alleine die größte Auskunftei Schufa über 65 Mio. Einträge.

In diesen Einträgen findet man persönliche Daten wie Alter, Geschlecht und Wohnort. Insbesondere die Wohnsituation ist für die Auskunfteien relevant, um die Zahlungsbereitschaft zu ermitteln. Die Höhe des Einkommens (bei Arbeitnehmern) kann auch vermerkt sein. "Last but not least" wird in den Daten das bisherige Zahlungsverhalten der jeweiligen Person erfasst.

Wurden in der Vergangenheit die Rechnungen immer rechtzeitig beglichen, kann man zukünftig auch davon ausgehen. Anders sieht es bei "Unregelmäßigkeiten" oder gar einer Insovenz bzw. Privatinsolvenz aus. Da diese Person Zahlungsschwierigkeiten hatte, werden wahrscheinlich auch in Zukunft die Rechnungen bzw. Kreditraten nicht bezahlt.

Wie funktioniert die Datenerfassung?

Die erste Frage, die man sich stellt: Wie gelangen die Auskunfteien an meine Daten? In Zeiten wo Datenschutz groß geschrieben wird, ist es schon verwunderlich wie die Unternehmen an so persönliche Daten gelangen. Nehmen wir die Schufa. Diese arbeitet mit rund 9.000 Vertragspartnern (z.B. Banken und Versicherungen) zusammen, welche ihre Kundendaten übermitteln.

Außerdem recherchieren die Schufa-Mitarbeiter regelmäßig, z.B. in Schuldnerverzeichnissen, und aktualisieren so ständig die Datensätze. Ist nun ein Online-Shop Kunde bei der Schufa, profitiert er von diesen Datensätzen, da Kunden mit einer schlechten Bonität die Zahlung per Lastschrift nicht angeboten wird. Natürlich kann man die Produkte und Dienstleistungen immer noch erwerben, jedoch mit einer alternativen Zahlungsweise.

Große Online-Shops haben über die Jahre riesige Datensätze über die Kunden gesammelt, um eigene Black/White-Listen zu erstellen. Natürlich dürfen diese Daten nicht ohne Erlaubnis der jeweiligen Person erfasst, gespeichert und weitergegeben werden. Daher sollten Sie immer die AGB`s und Datenschutzbestimmungen der Onlineshops durchlesen. Dort findet man Klauseln, die die Weitergabe der Daten erläutern. Mit der Zustimmung erlaubt man die Weitergabe.

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